Was ist eine Seebestattung?

Bei einer Seebestattung wird eine auflösbare Bio-Urne mit der kremierten Asche im Meer, statt in die Erde, beigesetzt. Früher wurde diese Bestattungsart nur für Seeleute oder Personen durchgeführt, welche auf See verstorben sind.

In Deutschland ist diese Art der Bestattung allgemein seit 1934 möglich. Inzwischen ist es eine etablierte Alternative gegenüber der Erdbestattung seine Lieben in Form einer Seebestattung zu verabschieden. Von allen Feuerbestattungen, welche in Deutschland ausgeführt werden, entscheiden sich 2,5 % für eine Seebestattung der Urne. Dies macht ungefähr 11.000 Seebestattungen pro Jahr aus.

Durchgeführt wird die Seebestattung in speziellen Gebieten, in welchen weder gefischt, noch Wassersport betrieben wird.

Da in Berlin der Friedhofszwang besteht, muss das Friedhofsamt in Treptow-Köpenick für diese Bestattungsart eine Ausnahmebescheinigung ausgeben, welche eine spezielle Verfügung erfordert.

Wie läuft eine Seebestattung ab?

Für gewöhnlich findet auch bei einer Seebestattung eine übliche Trauerfeier am Heimatort des Verstorbenen statt. Voraussetzung für eine Seebestattung ist die vorherige Verbrennung des Leichnams. In Deutschland werden ausschließlich Urnen mit der Asche des Verstorbenen dem Meer beigesetzt. Eine Sargbestattung im Meer gibt es hierzulande nicht.

Angehörige können bei einer „begleiteten Seebestattung“ dem Beisetzungsvorgang beiwohnen. Andernfalls nennt man es eine „stille Seebestattung“. Hierbei werden mehrere Urnen gleichzeitig dem Meer übergeben, ohne dass Angehörige dabei sind.

Bei einer begleiteten Seebestattung gehen die Angehörigen des Verstorbenen mit an Bord. Der Kapitän und die Besatzung nehmen als Zeichen der Würdigung, die Bestattung in Marineuniform vor. Nach einer Ansprache des Kapitäns wird dann die Urne mit Hilfe eines Schifftaus im Meer beigesetzt. Anschließend fährt das Schiff eine Ehrenrunde um das Seegrab. Mit drei Signaltönen des Schiffs, wird sich dann von dem Verstorbenen verabschiedet.

Auf Wunsch können die Angehörigen nach einer Seebestattung eine Karte mit den genauen Koordinaten der Beisetzung und eine Ausfertigung des Logbucheintrages erhalten.

Was passiert mit der Urne und Asche bei einer Seebestattung?

Die Urne besteht aus einem auflösbaren Material, welches die Asche bereits nach einigen Stunden im Meer freigibt. Anders als viele Menschen denken, verteilt sich die Asche nicht sofort im Wasser. Die auf den Meeresboden gesunkene Urne löst sich auf und dann liegt die Asche dort erst einige Zeit als Aschehaufen auf dem Grund. Mit der Zeit legt sich Sand auf den Haufen und es entsteht ein kleines Seegrab auf den Meeresgrund.

Was kostet eine Seebestattung?

Da Seebestattungen nur in einer Urne und niemals in einem Sarg durchgeführt werden, sind zu allererst die Kosten einer Feuerbestattung zu beachten. Diese setzen sich zum einen aus den allgemeinen Bestattungskosten für eine Feuerbestattung und die festgelegten Kremationskosten zusammen. Hinzu kommen dann die Kosten für die eigens für Seebestattungen geeignete Urne.

Da für solch eine Bestattung immer ein Schiff mit Besatzungscrew benötigt wird, kommen hier nochmal zusätzliche Kosten hinzu. Für eine stille, anonyme Seebestattung rechnet man mit 1.000 bis 2.500 Euro. Bei einer begleiteten Seebestattung, bei welcher die Angehörigen mit auf See kommen, mit 1.500 bis 4.500 Euro.

Einen preislichen Vorteil erhält man dadurch, dass man keine Ruhezeit und Grabpflege bezahlen muss. Oftmals gibt es aber Gedenkstätten am Land, um einen Besuchsort für die auf See bestatteten Menschen, zu haben.

Wo finden Seebestattungen statt?

Grundsätzlich ist eine Seebestattung in allen sieben Weltmeeren möglich. Für die in Deutschland verstorbenen Menschen wählt man jedoch eher Orte an der Nordsee, wie zum Beispiel Cuxhafen, Büsum und Sylt.

Die näher an Berlin liegende Ostsee, bietet eine Vielzahl und Möglichkeiten wie Rostock-Warnemünde, Travemünde, Stralsund und Weitere.

Seebestattung
4.9 (97.5%) 8 votes